Wie schaut es bei den Anhänger-Nutzern unter euch aus? Hat jemand schon Praxis-Verbräuche von (längeren) Autobahnfahrten mit EV9 + Hänger (idealerweise Wohnwagen)? Ich bräuchte hier eure Erfahrungen, da ich selbst mit dem EV9 als Zugfahrzeug für den Wohnwagen liebäugle, aber noch etwas skeptisch bin, wie viele Kilometer man hier realistisch zwischen 2 Ladestopps fahren kann.
Wichtig bei Langstreckenfahrten ist, dass man den sinnvollen Ladehub zumindest nach der ersten Ladepause für die weiteren Teilstrecken als Referenz für die Reichweite nimmt.
Wenn ich mir die Ladekurve beim EV9 anschaue sind 70% Ladehub maximal in der Praxis sinnvoll, mit Anhänger eher 60%, also von 20-80% da man im Anhängerbetrieb immer etwas mehr Puffer einrechnen sollte als ohne.
Denn gerade bei der Last die man bewegt wird vor allem bei Kia gegen Ende der Batterie der Verbrauch etwas steigen, weil die leere Batterie einen höheren Innenwiderstand hat und die höhere erforderliche Motorleistung für den Zugbetrieb ihr übriges tut. Zusätzlich ist die SOC-Anzeige von Kia nicht linear, sprich die oberen Prozent enthalten mehr Energie als die unteren, so wie früher mit der Tanknadel, die immer lange bis zur Mitte gehalten hat und danach dann schneller gesunken ist.
(Bei meinem EV6 ist z.B. der Punkt an dem die SOC- und die SOC-BMS-Anzeige gleich ist bei 60% (bei 100% SOC im Auto angezeigt, rechnet das SOC-BMS nur mit 96,5%, bei z.B. 10% SOC laut Anzeige sind laut BMS noch 16,5% verfügbar).
Bei der Ladekurve hier aus dem Forum macht laden nach gut 80% SOC keinen Sinn:
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Es sei denn man will gemütlich im Wohnwagen essen oder schlafen.
D.h. es sind im Prinzip 60kWh von 80-20% verfügbar für den nächsten Fahrtabschnitt.
Also eher 150km als 200km Reichweite.
Als kleine Anregung, die Geschwindigkeit ist der größte Einflussgeber auf den Verbrauch. Mit den heutigen E-Autos empfiehlt es sich auf der Langstrecke 85km/h und nicht 100km/h zu fahren weil der Verbrauch dadurch dramatisch sinkt.
DerCamper Noch ein Tipp: Der Verbrauch wird auch beim E-Auto nicht in PS (kW) sondern Litern (kWh) angegeben, genau genommen in kWh/100km; sprich also als Leistung über die Zeit. Oder wie du es aus deinem Tesla Model Y kennst in Wh/km.
Das ist am Anfang etwas verwirrend, aber wenn du nicht ständig blöde Kommentare oder gerollte Augen ernten willst, macht es Sinn, die Einheiten korrekt zu verwenden.
Bezüglich Anfahrt im Ladepark würde ich immer schauen was die Rahmenbedingungen hergeben, häufig, gerade wenn man große Ladeparks nutzt, kann man auch mal andere, freie Ladepunkte blockieren und auf das Abhängen verzichten.
Noch ein Tipp: Es gibt einige Ladeparks die sehr steile Auffahrten haben, so dass schnell mal das Bugrad am Wohnanhänger kaputt gehen kann, ich denke da besonders an einige Supercharger von Tesla, habe aber auch schon andere gesehen, die nicht an Tankstellen sondern auf branchenfremden Grundstücken lagen.